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Infrarotaufnahmen
Unter bestimmten Bedingungen sind Infrarotaufnahmen mit den Kameras
der Typenreihe NOBLEX PRO 6/150 und NOBLEX 135 möglich. Da
Infrarotmaterial sehr empfindlich gegenüber Licht und Wärme
ist, kann allerdings eine Gewähr, daß der Film in der
Kamera völlig gegenüber der kritischen IR-Strahlung geschützt
ist, nicht gewährleistet werden.
Für Infrarotaufnahmen eignet sich bereits das von uns angebotene
Rot-Filter (internationale Filter-Nr. 25; Filterfaktor 8x, Belichtungsverlängerung
ca. 3 Stufen). Ein spezielles Infrarot-Filter ist wegen fehlenden
Bedarfs nicht im Angebot. Für diesen Fall wird eine Leerfassung
zur individuellen Bestückung angeboten.Bei der Aufnahme mit
Infrarotmaterial sind neben den vom Film gegebenen Einschränkungen
wie Lagerung, Haltbarkeit und Empfindlichkeit u.a. noch folgende
Maßnahmen erforderlich:
- Filter vor Filmeinlegen am Objektiv anbringen
- Film einlegen und entnehmen nur im abgedunkelten Raum
- Kamera mit IR-Film vor Licht und Wärme schützen
- Film nicht lange in der Kamera belassen
- Gegenlicht und seitlicher Lichteinfall sind zu vermeiden
Prinzipiell ist zu beachten, daß durch den IR-Spektralbereich
sich die Objektivbrennweite geringfügig ändert. Dies bedeutet,
daß sich die blendenabhängige nutzbare Schärfentiefe
im Nahbereich verringert. Die in den Schärfentiefetabellen
angegebenen Werte für die vordere Schärfengrenze sind
in etwa zu verdoppeln.
Kältebiedingungen: Hinweise zur Benutzung der NOBLEX Panoramkameras
Übliche Einsatzbedingungen für feinmechanisch-optische Geräte
ist ein Temperaturbereich von -10 bis +40 Grad Celsius. Bei noch tieferen
Temperaturen können funktionelle Störungen auftreten. Es sollten
in jedem Fall nachfolgende Hinweise beachtet werden.
Unbedingt frische ALKALINE Batterien verwenden, die bis zum Einsatz gesondert
warm zu halten sind. Keine Akkus einsetzen, auch im Normalfall nicht.
Empfohlene Batterietypen sind auf unserer Internetseite unter der Rubrik
"Zubehör" aufgeführt. Bei Verwendung von leistungsschwachen
Batterien oder Batterien deren Kapazität nicht ausreichend ist, bleibt die
Objektivtrommel während des Ablaufs stehen.
Die Kamera sollte der niedrigen Temperatur allmählich angepasst werden.
Keinenfalls die Kamera aus einem warmen Raum mit hoher Luftfeuchte unmittelbar
in die Kälte bringen. Dies würde zu einem Vereisen der für
den Trommellauf kritischen Antriebselemente führen.
Die Steuerung der verschiedenen Belichtungszeiten erfolgt durch eine
Drehzahländerung der Objektivtrommel. Die Drehzahl des Getriebemotors
wird durch die Motorsteuerung geregelt. Kritisch für diesen Extremfall
sind dabei Belichtungszeiten, bei denen eine niedrige Spannung am Motor
anliegt. Es wird deshalb empfohlen nur Belichtungszeiten zu verwenden, die
kürzer als 1/60 Sekunde sind. Die über das Getriebe realisierten
Drehzahlen für den Langzeitenbereich (rot) sollten geerell nicht bei
kälte verwendet werden. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen
muß entsprechend aufgeblendet oder ein Film mit hoher Empfindlichkeit
verwendet werden. Lange Belichtungszeiten lassen sich auch über die
Funktion "Mehrfachbelichtung" realisieren.
Beim Übergang von einem kalten zu einem warmen Ort bildet sich ein
Feuchtigkeitsniederschlag auf kalten Teilen. Achten Sie auf eine
ausreichende Akklimatisierung der Kamera vor der nächsten Belichtung.
Linsendurchsichtsucher / Bildfeldschwund
Das Suchersystem der NOBLEX ist nach dem Prinzip eines Newtonsucher
konzipiert. Dieses Suchersystem ermöglicht keine scharfe Randbegrenzung,
weil der als Gesichtsfeldblende dienende Rand der Frontlinse durch
die Okularlinse nur unscharf gesehen wird. Das gewählte System
ermöglichte demgegenüber eine relativ einfache Betrachtung
der Libellen.
In der Fototechnik ist es üblich und auch sinnvoll, daß
bei Beobachtung mit normalsichtigen Auge für jede Aufnahmeentfernung
die Sucherbildgröße nur 80% bis 100% der Seiten des Filmbildformates
zeigen. Damit ist in jedem Fall gewährleistet, daß gewünschte
Bilddetails nicht verloren gehen. Dies ist insbesondere aus folgendem
Grund wichtig:
Bei Kameras mit Linsendurchsichtsuchern entsteht wegen dem zwangsläufig
bedingten Höhenversatz des Suchers zum Aufnahmeobjektiv eine
gewisse Abweichung im Bildinhalt vom Sucherbild gegenüber dem
Filmbild (als Sucherparallaxe bezeichnet), die insbesondere bei
Nahaufnahmen deutlich sichtbar ist. Um Symmetrie bei allen gewählten
Aufnahmeentfernungen zu erreichen, müßte der Sucher entsprechend
der Objektweite verstellbar angeordnet werden. Wegen nicht vertretbarem
Aufwand wurde bei der NOBLEX bisher darauf verzichtet. Für
Nahaufnahmen sollte unter Berücksichtigung der Parallaxe das
Sucherformat nicht voll genutzt werden. Sucher- und Filmbild sind
insbesondere im vertikalen Bereich an den Rändern nicht mehr
identisch.
Nachtaufnahmen
Nachtaufnahmen sind unter Benutzung der Funktion Mehrfachbelichtung
prinzipiell möglich. Achten Sie hierbei darauf, daß neben
einer festen Stativbefestigung, der Verwendung eines Drahtauslösers
auch ein Satz neuer leistungsstarker Batterien zum Einsatz kommen.
Bewegte und starke stationäre Lichtquellen sollten nicht ins Bild
geraten.
Zur Erzielung von Nachteffekten (Mondschein) bei Tageslicht
ist bei schwarz/weiß-Film das Rot-Filter geeignet.
Perspektivische Verzerrung
Die scannerartige Belichtung der NOBLEX-Kameras durch ein rotierendes
Objektiv bei konstantem Verschlußspalt auf den halbkreisförmig
angeordneten Film ermöglicht über dem gesamten Drehbereich
Aufnahmen mit konstanter Bildschärfe. Eine Bedingung dabei
ist, daß das Objektiv im Bereich des bildseitigen Hauptpunktes
gedreht werden muß. Der Drehradius (= Radius der Filmbühne)
entspricht somit der Bildweite und ist geringfügig größer
als die Objektivbrennweite. Durch stetige Änderung des Abstandes
Objektiv zum Objekt und somit des Abbildungsmaßstabes tritt
funktionsbedingt eine zylindrische perspektivische Verzerrung auf. Da der Abstand
sich symmetrisch zur Bildmitte vergrößert, werden bei
derartigen Panoramaaufnahmen linienförmige Objekte entlang
der Drehrichtung gekrümmt abgebildet.
Es entsteht scheinbar der Eindruck einer kissenförmigen Verzeichnung,
die in Wirklichkeit eine starke Überzeichnung der Perspektive
ist, wobei im Nahbereich dieser Effekt am deutlichsten auftritt.
Der Abstand zu einem linienförmigen Objekt ist bei halben Drehwinkel
in Bildmitte am geringsten und nimmt zum Bildrand zu. Der Abbildungsmaßstab
ist somit eine veränderliche Größe. Der vertikale
Abstand zwischen Kamerahöhe und linienförmigem Objekt
wird dadurch im Bild mit unterschiedlicher Höhe wiedergegeben.
Somit ist festzustellen, daß außeraxiale Geraden im
Bild einen cosinusförmigen Verlauf annehmen. Nur im Fall, daß
die Objekte sich in Höhe der optischen Achse befinden bzw.
im Unendlichen liegen, erfolgt eine verzerrungsfreie
Aufnahme. Im Bildbeispiel 1 sind diese Effekte deutlich zu erkennen.
Der Schienenstrang, der parallel zum Aufnahmestandpunkt läuft,
wird stark gekrümmt wiedergegeben.
Schärfentiefe / Bildschärfe
Die verfügbare Schärfentiefe ist abhängig von
der relativen Öffnung (Blendenzahl), dem Abbildungsmaßstab
(Brennweite und eingestellte Objektweite) und der Größe
der zulässigen Schärfentoleranz, die durch den Unschärfenkreisdurchmesser
gekennzeichnet ist. Letzterer berücksichtigt die Tatsache,
daß das Auge bei Betrachtung eines vergrößerten
Bildes aus deutlicher Sehweite (ca. 30 cm) nur in der Lage ist,
Strukturelemente größer als 0,1 mm getrennt zu unterscheiden.
Bezogen auf das unvergrößerte Negativ ergibt sich ein
erforderlicher Unschärfenkreisdurchmesser der von der Bilddiagonalen
abhängig ist. Im Mittel beträgt dieser Wert 1/1500 der
Diagonalen.
Die für die NOBLEX-Panoramakameras zugrunde gelegten Werte
und die daraus sich ergebenden Schärfenbereiche sind den jeweiligen
Nutzhandbüchern zu entnehmen. Allgemeine Unschärfen können
u.a. folgende Ursache haben:
- falsche Entfernungseinstellung an der Kamera
- Verreisen der Kamera insbesondere bei langen Belichtungszeiten
und Freihandaufnahmen
- Beschlagenes oder stark verschmutztes Objektiv, Filter oder
Vorsatzlinse
Bewegungsunschärfen (zu lange Belichtungszeit bei schnell
bewegten Objekten insbesondere in Trommeldrehrichtung)
- Nahaufnahmen bei voller Objektivöffnung
- partielle streifenförmige Unschärfe durch zu langer
Aufnahmepause, die zu einer Deformation des Filmes durch die funktionell
bedingte Filmführung insbesondere im Bereich der Filmandruckrolle
nach der Patrone eine nach innen gewölbte Delle
verursacht, die beim nächsten Weiterspulen nicht vollständig
plan gezogen wird. In diesem Fall sind die nächsten Bilder
wieder fehlerfrei
- partielle Unschärfen insbesondere im Nahbereich durch zu
stark geneigte Kamera
Shift (Vermeiden von stürzenden Linien)
Ein Verkippen der Kamera, insbesondere bei Architekturaufnahmen,
sollte entweder durch Wahl eines hohen Kamerastandpunktes oder durch
"shiften" des Objektives vermieden werden, ansonsten laufen
durch diese Perspektive im Bild senkrechte Strukturelemente konvergierend
zusammen. Um diese sogenannten "stürzenden Linien" zu
vermeiden, muß die Kamera parallel zum Objektiv ausgerichtet sein.
Bei Kameras, die eine Shift-Funktion haben, wird dabei die optische Achse
des Objektives zur vertikalen Bildmitte um einen bestimmten Betrag nach
oben versetzt. Die Größe der Verlagerung des aufzunehmenden Objektes
in der Höhe ist abhängig vom Betrag der verschobenen Objektivachse
(Shift), der Objektivbrennweite und der Objektentfernung. Für die
NOBLEX Kameras gilt in Näherung für den Gewinn an Objekthöhe:
- 1/10 der Objektweite bei NOBLEX 135 und NOBLEX PRO 150
- 1/15 der Objektweite bei NOBLEX PRO 175
Beispiel:
Ein Gebäude befindet sich in 100m Entfernung. Der Höhengewinn
beträgt
- 10m bei den Modellen NOBLEX 135 und NOBLEX PRO 150 und
- 6,7m bei der NOBLEX PRO 175
Vorsatzlinsen / Nahaufnahmen
Das Prinzip der rotierenden Optik erfordert, daß sich
die Drehachse im Bereich des hinteren Hauptpunktes des Objektives
befinden muß. Die Brechkraft der Vorsatzlinsen verändern
diesen Wert. Bei zu großen Abweichungen kommt es zu Abbildungsfehlern.
Insbesondere senkrechte Strukturen werden ungenügend aufgelöst.
Deshalb ist die Verwendung von Vorsatzlinsen nur bis 0,5 dpt (Dioptrie)
sinnvoll. Hinzu kommt, daß stärkere Vorsatzlinsen insbesondere
bei voller Blendenöffnung die Bildschärfe generell beeinträchtigen.
Die von uns angebotenen Vorsatzlinsen 0,25 dpt und 0,5 dpt für
die NOBLEX PRO sind vorrangig für das Modell ohne Entferungseinstellung
(NOBLEX PRO 6/150 E2) gedacht.
Die Modelle der NOBLEX 135 ermöglichen mit dem kurzbrennweitigen
Objektiv in Fix-Fokus-Lage bereits bei genügend
großer Abblendung Aufnahmen bis in den Nahbereich. Der Gewinn
mit Vorsatzlinsen wäre unbedeutend. Deshalb wurde bei diesen
Modellen auf Vorsatzlinsen verzichtet. Für Nutzer, die ausschließlich
im extremen Nahbereich arbeiten, besteht auf Wunsch die Möglichkeit,
durch eine werkseitige Änderung des Objektivauszuges eine mittlere
Aufnahmeentfernung bis 1 m einzustellen.
360° - Aufnahmen
Unter Benutzung des von uns als Zubehör angebotenen VR-3-Head-Adapter,
der zwischen Kamera und Stativ angeordnet wird, erzielen Sie relativ
problemlos 360°-Aufnahmen in drei Teilbildern. Der relativ große
horizontale Bildwinkel ergibt eine genügend breite Überlappungszone
zur Vereinfachung der Montage der Teilbilder. Bezüglich der
digitalen Bildverarbeitung verweisen wir auf die entsprechende Seite.
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