NOBLEX - Panoramakamera
Aus der Anwenderpraxis

Obwohl die NOBLEX-Panoramakameras mit wenigen Handgriffen benutzerfreundlich zu bedienen sind, ergeben sich bei dem speziellen Verfahren der rotierenden Optik mit scannerartiger Belichtung und dem sehr großen Bildwinkel einige Besonderheiten, die wir empfehlen zu beachten. Nachfolgende Punkte sollten dazu hilfreiche Anregung geben.
Über ergänzende Informationen (wenn möglich mit Bildmaterial) zur Erweiterung dieser Rubrik sind wir jederzeit dankbar.

 

Abdeckung
Wird die Objektivtrommel während der Aufnahme teilweise abgedeckt (z.B. durch Finger bei unsachgemäßer Griffhaltung oder durch einen Tragegurt) werden diese unscharf mit abgebildet. Hierzu Bildbeispiel 1. Erscheint an einer Bildecke eine Abdunklung, so liegt eine Vignettierung vor (z.B. durch nicht richtig eingelegtes Filter).

Bildbeispiel 1
 

Batterien
Wir garantieren die Funktion unserer batteriebetriebenen Produkte nur mit Alkaline-Batteriesystemen der Form AA (Mignon) oder AAA (Micro) für die NOBLEX Panoramakameras bzw. der Form N (Laddy) fü die PANOLUX Belichtungsmeß- und -steuereinheit, die FOTOGERÄTE-TAUGLICH sind. Bitte schauen Sie dazu unter dem Punkt ZUBEHÖR nach dem entsprechenden Hinweis für die empfohlenen Batterien. Für die störungsfreie Fuktion der Produkte werden Batteriesysteme mit einer Zellspannung von 1,5V und einer ausreichenden Hochstrom-Belastbarkeit benötigt. Außer Foto-Alkaline Batteriesystemen erreicht keine der heute erhältlichen mobilen Energiespeichersysteme (NiCd, NiMH, wiederaufladbare Alkaline-Batteriesysteme etc.) diese Anforderungen.

Belichtung
Gegenüber herkömmlichen Verschlüssen erfolgt die Belichtung scannerartig durch die rotierende Optik über einen konstanten Spalt. Die verschiedenen Belichtungszeiten werden dabei durch die Trommeldrehzahl realisiert. Die eigentliche Belichtungsphase ist wesentlich länger als die eingestellte Belichtungszeit. Sie findet im letzten Drittel des Trommelablaufes statt. Die Dauer des gesamten Ablaufes angefangen beim Drücken des Auslösers bis zum Trommelstillstand ist ca. 100-fach länger als die gewählte Belichtungszeit. Die in den Benutzerhandbüchern angegeben Zeiten sind exemplarische Richtwerte. Bei der 360°-Bewegung der Trommel sind drei wesentliche Phasen zu unterscheiden:

Betätigen Sie während des gesamten Ablaufes in keinem Fall den Filmtransport.
Ein Fehler dieser Art zeigt Bild 2.

Bildbeispiel 2

Bei Verwendung von leistungsschwachen Batterien oder Batterien deren Kapazität nicht ausreichend ist, bleibt die Trommel während des Ablaufs stehen. Bild 3 zeigt so einen Fehler. Der helle senkrechte Balken hat seine Ursache im kurzzeitigen Stillstand der Trommel während der Belichtungsphase.

Bildbeispiel 3

Befindet sich im Belichtungsspalt eine Verunreinigung, so entsteht im Bild eine unterbelichtete Zone, die im Positiv als waagerechter unscharf begrenzter dunkler Strich sichtbar wird.
Im Fall, daß sich ein Fremdkörper an der bildbegrenzenden Filmlaufbahn befindet, bildet sich dieser relativ scharf am Bildrand ab. Beide Fälle sind übertrieben nachgestellt in den Bildbeispielen 4 und 5.

In jedem Fall ist eine behutsame Reinigung erforderlich. Dies geschieht im ausgeschalteten filmlosen Zustand bei geöffneter Rückwand.
Die manuellen Tätigkeiten zur Trommelbewegung entsprechen dem eines Filterwechsel, nur daß die Trommel in der entgegengesetzten Richtung zu drehen ist. Zur Reinigung empfiehlt sich ein nichtfaserndes Tuch oder/und ein Optikstaubpinsel.

Bildbeispiel 4
Bildbeispiel 5

Werden sehr lange Belichtungszeiten erforderlich (über eine Sekunde, insbesondere in der Funktion Mehrfachbelichtung) muß zur Vermeidung von Unterbelichtung wegen dem Schwarzschild-Effekt die gemessene Belichtungszeit verlängert werden. Die Verlängerungsfaktoren sind filmsortenabhängig.

Auf Grund der relativ langen Dauer der Belichtungsphase sollten Freihandaufnahmen nur bis zu einer Belichtungszeit von 1/60 vorgenommen werden. Große Belichtungsunterschiede im Bild deuten generell darauf hin, daß im Objekt starke Kontrastunterschiede zu verzeichnen waren, die bedingt durch die unveränderliche Belichtung während des Aufnahmevorganges im Bild wirksam werden.
Aus diesem Grund wird von uns ein spezielles Belichtungsmeß und -steuerungsgerät (PANOLUX) als Zubehör angeboten, der u.a. während der Aufnahme durch angepaßte Änderung der Trommelgeschwindigkeit einen stetigen Belichtungsausgleich ermöglicht. Die entsprechenden Informationen zum PANOLUX sind gesondert aufgeführt. Des weiteren sind bei der Panoramafotografie insbesondere Seiten- und Gegenlichtaufnahmen sehr kritisch, die nicht in jedem Fall gelingen müssen (siehe Punkt Gegenlichtaufnahmen).

Bildverarbeitung
Die besonderen Bildformate erfordern in jedem Fall eine spezielle Verarbeitung der Filme, die Sie nur im Fachlabor erhalten. Sie können auch den Bilderdienst in unserem Haus in Anspruch nehmen.
Die Verfahrensweise bei einer individuellen digitalen Bildverarbeitung wird auf einer gesonderten Seite dargestellt.
Doppelaufnahmen
Ungewollte Doppelbelichtungen entstehen, wenn die Funktion Mehrfachbelichtung eingeschaltet ist und der Filmtransport nicht betätigt wurde (Bildbeispiel 6).
Bildbeispiel 6

Filter
Informationen über das angebotene Sortiment und deren Anwendung finden Sie auf den Seiten für Zubehör.

Gegenlichtaufnahmen / Lichtreflexe
Aufnahmen Richtung Sonne oder starker künstlicher Lichtquellen sind bei diesem Aufnahmeprinzip sehr problematisch und sollten weitestgehend vermieden werden. Da keine Gegenlichtblende eingesetzt werden kann, sollte wenigstens der Aufnahmestandpunkt möglichst im Schatten liegen. Problematisch sind in jedem Fall Gegenlichtaufnahmen in der grellen Mittagssonne. Hierbei können neben Überstrahlungen zusätzlich Streureflexe bei stark abgeblendetem Objektiv auftreten.

Kritisch sind weiterhin eine tiefstehende Sonne, die auf spiegelnden Flächen (z.B. Wasser, Eis) durch Reflexe Fehlschwärzungen (Lichtflecke oder Verschleierung) hervorruft oder eine seitlich stehende Sonne, die direkt in das Objektiv einfällt. Bei bestimmten Einfallswinkeln einer hoch stehenden Sonne, die auch außerhalb des Bildfeldes liegen kann wird der Innenraum der Trommel trotz matt schwarzer Lackierung derartig erhellt, daß ab einer bestimmten Trommelstellung ein Teil des Bildes eine Fehlbelichtung (Kontrastminderung) erhält.

Bildbeispiel 7

Bei Kunstlichtaufnahmen ist noch zu beachten, daß bestimmte Lichtquellen (z.B. Leuchtstofflampen) bei einer frequenzabhängigen synchronen Belichtungszeit streifenförmige Schwärzungen hervorrufen. Kritisch sind auch Aufnahmen bei sehr langer Belichtungszeit, wobei Kunstlichtquellen sehr starkes Gegenlicht darstellen und bereits durch reflektierende Spiegelung unscharf zur Abbildung gelangen können (siehe Bild 7).

Bildbeispiel  8
Ein seltener Effekt durch Gegenlicht bei der NOBLEX 135 ist die Ursache von zusätzlichen partiellen Aufhellungen bereits belichteter Aufnahmen einschließlich auch im Bereich der Perforation (Doppelbelichtung), die im s/w-Positiv als heller Steg zwischen den zuvor erfolgten Aufnahmen erscheinen. Dieser Fehler resultiert aus der Tatsache, daß bei Gegenlicht und Hochkantaufnahme (Sucher auf der rechten Seite) und im besonderen Fall, daß zwischen Sonne - Objektiv - Belichtungsspalt und Filmaufwickelrolle eine Verbindungslinie besteht, ein geringer Lichtanteil durch den Film diffus streuend durchgelassen wird. Die Schichten eines Color-Filmes wirken dabei zusätzlich als Farbfilter, wobei in diesem Fall der Rotanteil (im Farbnegativ grün erscheinend) überwiegen würde. Unter Berücksichtigung des vertikalen Bildwinkels und des Abstandes zwischen Kamerabildfenster und dem aufgewickelten Film erfolgt eine Falschbelichtung über der gesamten Filmhöhe einschließlich der Perforation auf dem den Bildfensterausbruch gegenüberliegenden aufgespulten Filmbereich, der je nach Stärke des Gegenlichtes mit abnehmender Intensität durch mehrere Wickellagen führen kann.
Einige Beispiele zur gesamten Problematik zeigen die Bilder 7und 8.

Infrarotaufnahmen
Unter bestimmten Bedingungen sind Infrarotaufnahmen mit den Kameras der Typenreihe NOBLEX PRO 6/150 und NOBLEX 135 möglich. Da Infrarotmaterial sehr empfindlich gegenüber Licht und Wärme ist, kann allerdings eine Gewähr, daß der Film in der Kamera völlig gegenüber der kritischen IR-Strahlung geschützt ist, nicht gewährleistet werden.
Für Infrarotaufnahmen eignet sich bereits das von uns angebotene Rot-Filter (internationale Filter-Nr. 25; Filterfaktor 8x, Belichtungsverlängerung ca. 3 Stufen). Ein spezielles Infrarot-Filter ist wegen fehlenden Bedarfs nicht im Angebot. Für diesen Fall wird eine Leerfassung zur individuellen Bestückung angeboten.Bei der Aufnahme mit Infrarotmaterial sind neben den vom Film gegebenen Einschränkungen wie Lagerung, Haltbarkeit und Empfindlichkeit u.a. noch folgende Maßnahmen erforderlich:

  • Filter vor Filmeinlegen am Objektiv anbringen
  • Film einlegen und entnehmen nur im abgedunkelten Raum
  • Kamera mit IR-Film vor Licht und Wärme schützen
  • Film nicht lange in der Kamera belassen
  • Gegenlicht und seitlicher Lichteinfall sind zu vermeiden

Prinzipiell ist zu beachten, daß durch den IR-Spektralbereich sich die Objektivbrennweite geringfügig ändert. Dies bedeutet, daß sich die blendenabhängige nutzbare Schärfentiefe im Nahbereich verringert. Die in den Schärfentiefetabellen angegebenen Werte für die vordere Schärfengrenze sind in etwa zu verdoppeln.

Kältebiedingungen: Hinweise zur Benutzung der NOBLEX Panoramkameras
Übliche Einsatzbedingungen für feinmechanisch-optische Geräte ist ein Temperaturbereich von -10 bis +40 Grad Celsius. Bei noch tieferen Temperaturen können funktionelle Störungen auftreten. Es sollten in jedem Fall nachfolgende Hinweise beachtet werden.
Unbedingt frische ALKALINE Batterien verwenden, die bis zum Einsatz gesondert warm zu halten sind. Keine Akkus einsetzen, auch im Normalfall nicht. Empfohlene Batterietypen sind auf unserer Internetseite unter der Rubrik "Zubehör" aufgeführt. Bei Verwendung von leistungsschwachen Batterien oder Batterien deren Kapazität nicht ausreichend ist, bleibt die Objektivtrommel während des Ablaufs stehen.
Die Kamera sollte der niedrigen Temperatur allmählich angepasst werden. Keinenfalls die Kamera aus einem warmen Raum mit hoher Luftfeuchte unmittelbar in die Kälte bringen. Dies würde zu einem Vereisen der für den Trommellauf kritischen Antriebselemente führen.
Die Steuerung der verschiedenen Belichtungszeiten erfolgt durch eine Drehzahländerung der Objektivtrommel. Die Drehzahl des Getriebemotors wird durch die Motorsteuerung geregelt. Kritisch für diesen Extremfall sind dabei Belichtungszeiten, bei denen eine niedrige Spannung am Motor anliegt. Es wird deshalb empfohlen nur Belichtungszeiten zu verwenden, die kürzer als 1/60 Sekunde sind. Die über das Getriebe realisierten Drehzahlen für den Langzeitenbereich (rot) sollten geerell nicht bei kälte verwendet werden. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen muß entsprechend aufgeblendet oder ein Film mit hoher Empfindlichkeit verwendet werden. Lange Belichtungszeiten lassen sich auch über die Funktion "Mehrfachbelichtung" realisieren.
Beim Übergang von einem kalten zu einem warmen Ort bildet sich ein Feuchtigkeitsniederschlag auf kalten Teilen. Achten Sie auf eine ausreichende Akklimatisierung der Kamera vor der nächsten Belichtung.

Linsendurchsichtsucher / Bildfeldschwund
Das Suchersystem der NOBLEX ist nach dem Prinzip eines Newtonsucher konzipiert. Dieses Suchersystem ermöglicht keine scharfe Randbegrenzung, weil der als Gesichtsfeldblende dienende Rand der Frontlinse durch die Okularlinse nur unscharf gesehen wird. Das gewählte System ermöglichte demgegenüber eine relativ einfache Betrachtung der Libellen.
In der Fototechnik ist es üblich und auch sinnvoll, daß bei Beobachtung mit normalsichtigen Auge für jede Aufnahmeentfernung die Sucherbildgröße nur 80% bis 100% der Seiten des Filmbildformates zeigen. Damit ist in jedem Fall gewährleistet, daß gewünschte Bilddetails nicht verloren gehen. Dies ist insbesondere aus folgendem Grund wichtig:
Bei Kameras mit Linsendurchsichtsuchern entsteht wegen dem zwangsläufig bedingten Höhenversatz des Suchers zum Aufnahmeobjektiv eine gewisse Abweichung im Bildinhalt vom Sucherbild gegenüber dem Filmbild (als Sucherparallaxe bezeichnet), die insbesondere bei Nahaufnahmen deutlich sichtbar ist. Um Symmetrie bei allen gewählten Aufnahmeentfernungen zu erreichen, müßte der Sucher entsprechend der Objektweite verstellbar angeordnet werden. Wegen nicht vertretbarem Aufwand wurde bei der NOBLEX bisher darauf verzichtet. Für Nahaufnahmen sollte unter Berücksichtigung der Parallaxe das Sucherformat nicht voll genutzt werden. Sucher- und Filmbild sind insbesondere im vertikalen Bereich an den Rändern nicht mehr identisch.

Nachtaufnahmen
Nachtaufnahmen sind unter Benutzung der Funktion Mehrfachbelichtung prinzipiell möglich. Achten Sie hierbei darauf, daß neben einer festen Stativbefestigung, der Verwendung eines Drahtauslösers auch ein Satz neuer leistungsstarker Batterien zum Einsatz kommen. Bewegte und starke stationäre Lichtquellen sollten nicht ins Bild geraten.
Zur Erzielung von Nachteffekten („Mondschein“) bei Tageslicht ist bei schwarz/weiß-Film das Rot-Filter geeignet.

Perspektivische Verzerrung
Die scannerartige Belichtung der NOBLEX-Kameras durch ein rotierendes Objektiv bei konstantem Verschlußspalt auf den halbkreisförmig angeordneten Film ermöglicht über dem gesamten Drehbereich Aufnahmen mit konstanter Bildschärfe. Eine Bedingung dabei ist, daß das Objektiv im Bereich des bildseitigen Hauptpunktes gedreht werden muß. Der Drehradius (= Radius der Filmbühne) entspricht somit der Bildweite und ist geringfügig größer als die Objektivbrennweite. Durch stetige Änderung des Abstandes Objektiv zum Objekt und somit des Abbildungsmaßstabes tritt funktionsbedingt eine zylindrische perspektivische Verzerrung auf. Da der Abstand sich symmetrisch zur Bildmitte vergrößert, werden bei derartigen Panoramaaufnahmen linienförmige Objekte entlang der Drehrichtung gekrümmt abgebildet.

Es entsteht scheinbar der Eindruck einer kissenförmigen Verzeichnung, die in Wirklichkeit eine starke Überzeichnung der Perspektive ist, wobei im Nahbereich dieser Effekt am deutlichsten auftritt. Der Abstand zu einem linienförmigen Objekt ist bei halben Drehwinkel in Bildmitte am geringsten und nimmt zum Bildrand zu. Der Abbildungsmaßstab ist somit eine veränderliche Größe. Der vertikale Abstand zwischen Kamerahöhe und linienförmigem Objekt wird dadurch im Bild mit unterschiedlicher Höhe wiedergegeben. Somit ist festzustellen, daß außeraxiale Geraden im Bild einen cosinusförmigen Verlauf annehmen. Nur im Fall, daß die Objekte sich in Höhe der optischen Achse befinden bzw. im „Unendlichen“ liegen, erfolgt eine verzerrungsfreie Aufnahme. Im Bildbeispiel 1 sind diese Effekte deutlich zu erkennen. Der Schienenstrang, der parallel zum Aufnahmestandpunkt läuft, wird stark gekrümmt wiedergegeben.

Schärfentiefe / Bildschärfe
Die verfügbare Schärfentiefe ist abhängig von der relativen Öffnung (Blendenzahl), dem Abbildungsmaßstab (Brennweite und eingestellte Objektweite) und der Größe der zulässigen Schärfentoleranz, die durch den Unschärfenkreisdurchmesser gekennzeichnet ist. Letzterer berücksichtigt die Tatsache, daß das Auge bei Betrachtung eines vergrößerten Bildes aus deutlicher Sehweite (ca. 30 cm) nur in der Lage ist, Strukturelemente größer als 0,1 mm getrennt zu unterscheiden. Bezogen auf das unvergrößerte Negativ ergibt sich ein erforderlicher Unschärfenkreisdurchmesser der von der Bilddiagonalen abhängig ist. Im Mittel beträgt dieser Wert 1/1500 der Diagonalen.

Die für die NOBLEX-Panoramakameras zugrunde gelegten Werte und die daraus sich ergebenden Schärfenbereiche sind den jeweiligen Nutzhandbüchern zu entnehmen. Allgemeine Unschärfen können u.a. folgende Ursache haben:

  • falsche Entfernungseinstellung an der Kamera
  • Verreisen der Kamera insbesondere bei langen Belichtungszeiten und Freihandaufnahmen
  • Beschlagenes oder stark verschmutztes Objektiv, Filter oder Vorsatzlinse
    Bewegungsunschärfen (zu lange Belichtungszeit bei schnell bewegten Objekten insbesondere in Trommeldrehrichtung)
  • Nahaufnahmen bei voller Objektivöffnung
  • partielle streifenförmige Unschärfe durch zu langer Aufnahmepause, die zu einer Deformation des Filmes durch die funktionell bedingte Filmführung insbesondere im Bereich der Filmandruckrolle nach der Patrone eine nach innen gewölbte „Delle“ verursacht, die beim nächsten Weiterspulen nicht vollständig plan gezogen wird. In diesem Fall sind die nächsten Bilder wieder fehlerfrei
  • partielle Unschärfen insbesondere im Nahbereich durch zu stark geneigte Kamera

Shift (Vermeiden von stürzenden Linien)
Ein Verkippen der Kamera, insbesondere bei Architekturaufnahmen, sollte entweder durch Wahl eines hohen Kamerastandpunktes oder durch "shiften" des Objektives vermieden werden, ansonsten laufen durch diese Perspektive im Bild senkrechte Strukturelemente konvergierend zusammen. Um diese sogenannten "stürzenden Linien" zu vermeiden, muß die Kamera parallel zum Objektiv ausgerichtet sein. Bei Kameras, die eine Shift-Funktion haben, wird dabei die optische Achse des Objektives zur vertikalen Bildmitte um einen bestimmten Betrag nach oben versetzt. Die Größe der Verlagerung des aufzunehmenden Objektes in der Höhe ist abhängig vom Betrag der verschobenen Objektivachse (Shift), der Objektivbrennweite und der Objektentfernung. Für die NOBLEX Kameras gilt in Näherung für den Gewinn an Objekthöhe:

  • 1/10 der Objektweite bei NOBLEX 135 und NOBLEX PRO 150
  • 1/15 der Objektweite bei NOBLEX PRO 175

Beispiel:
Ein Gebäude befindet sich in 100m Entfernung. Der Höhengewinn beträgt
  • 10m bei den Modellen NOBLEX 135 und NOBLEX PRO 150 und
  • 6,7m bei der NOBLEX PRO 175


Vorsatzlinsen / Nahaufnahmen
Das Prinzip der rotierenden Optik erfordert, daß sich die Drehachse im Bereich des hinteren Hauptpunktes des Objektives befinden muß. Die Brechkraft der Vorsatzlinsen verändern diesen Wert. Bei zu großen Abweichungen kommt es zu Abbildungsfehlern. Insbesondere senkrechte Strukturen werden ungenügend aufgelöst. Deshalb ist die Verwendung von Vorsatzlinsen nur bis 0,5 dpt (Dioptrie) sinnvoll. Hinzu kommt, daß stärkere Vorsatzlinsen insbesondere bei voller Blendenöffnung die Bildschärfe generell beeinträchtigen. Die von uns angebotenen Vorsatzlinsen 0,25 dpt und 0,5 dpt für die NOBLEX PRO sind vorrangig für das Modell ohne Entferungseinstellung (NOBLEX PRO 6/150 E2) gedacht.
Die Modelle der NOBLEX 135 ermöglichen mit dem kurzbrennweitigen Objektiv in „Fix-Fokus“-Lage bereits bei genügend großer Abblendung Aufnahmen bis in den Nahbereich. Der Gewinn mit Vorsatzlinsen wäre unbedeutend. Deshalb wurde bei diesen Modellen auf Vorsatzlinsen verzichtet. Für Nutzer, die ausschließlich im extremen Nahbereich arbeiten, besteht auf Wunsch die Möglichkeit, durch eine werkseitige Änderung des Objektivauszuges eine mittlere Aufnahmeentfernung bis 1 m einzustellen.

360° - Aufnahmen
Unter Benutzung des von uns als Zubehör angebotenen VR-3-Head-Adapter, der zwischen Kamera und Stativ angeordnet wird, erzielen Sie relativ problemlos 360°-Aufnahmen in drei Teilbildern. Der relativ große horizontale Bildwinkel ergibt eine genügend breite Überlappungszone zur Vereinfachung der Montage der Teilbilder. Bezüglich der digitalen Bildverarbeitung verweisen wir auf die entsprechende Seite.